Die Geschichte von MP3

Viele Institutionen und Entwickler beeinflussten die Erfolgsgeschichte des berühmten MP3-Formats für Audiodateien. Das Verfahren zur Kompression digitaler Musikdateien wurde unter anderem am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen entwickelt und in internationaler Zusammenarbeit standardisiert.

Die Anfänge der Audiokompression

An der Entwicklung des erfolgreichen Musikformats waren zahlreiche Forscher beteiligt. Schon Anfang der 80er Jahre beschäftigten sich viele Forschungsgruppen mit der Komprimierung von Audiodaten. Denn Audiodateien enthalten viele Informationen, die beim Abspielen für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Werden diese Informationen reduziert, kann die Dateigröße stark verringert werden, ohne die Qualität der Aufnahme hörbar zu beeinflussen. Dies war ein wichtiges Ziel für die Speicherung, vor allem aber für die Übertragung von Audiodateien.

Zu den bekanntesten Entwicklern des Formats gehört der deutsche Elektrotechnik-Ingenieur Karlheinz Brandenburg. Eine Forschungsgruppe um Brandenburg beschäftigte sich ab 1982 mit der Kompression von Audiodateien. Die Entwicklung wurde am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) maßgeblich vorangetrieben. Darüber hinaus arbeitete die Gruppe auch zusammen mit AT&T Bell Labs und Thomson.

Erste Tests des neuen Formats wurden mit der A-capella-Version des Liedes Tom’s Diner von Suzanne Vega durchgeführt. Dieses Musikstück galt als besonders schwierig zu verarbeiten und wurde für die beteiligten Ingenieure zum Bewertungsmaßstab der Kompression.

MPEG – Internationale Standardisierung

1988 wurde das internationale Standardisierungskomitee „Moving Pictures Expert Group“ (MPEG) gegründet. Ziel des Komitees war, für die Übertragung und Speicherung von digitalen Audio- und Videosignalen einen internationalen Standard festzulegen. Das Komitee verglich unterschiedliche Lösungsansätze und wählte schließlich zwei Favoriten.

Zu den favorisierten Lösungen des Standardisierungskomitees gehörte auch ASPEC, eine Entwicklung der Gruppe um Karlheinz Brandenburg. 1992 wurden die zwei Lösungen zu einem gemeinsamen Standard (MPEG-1) vereint. Zwei Jahre später wurde das Format erweitert (MPEG-2). 1995 erhielt das „MPEG Layer 3“ dann die berühmte Dateinamenserweiterung MP3.

Vermarktung und Erfolgsgeschichte

Durch die internationale Zusammenarbeit verschiedener Forscher und Institutionen ergab sich eine unterschiedliche Patentierung der Teilverfahren zur MP3-Kodierung. Zu den Inhabern der Softwarepatente auf die MP3-Kodierung gehört unter anderem die Fraunhofer Gesellschaft. Viele der Softwarepatente haben ihre Gültigkeit 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Formats verloren; einige US-Patente laufen jedoch erst 2017 ab.

Zur schnellen Verbreitung des MP3-Formats trug bei, dass der Standard offen gehandhabt wurde. In den ersten sechs Jahren nach seiner Entwicklung wurden keine Gebühren für die Nutzung verlangt, um die Etablierung des Formats zu ermöglichen. Nach 1998 wurden für die Verwendung des MP3-Formats in der Hard- und Softwareherstellung jedoch Lizenzgebühren erhoben.

1994 veröffentlichte das Fraunhofer Institut den ersten MP3-Encoder „l3enc“. Weitere Veröffentlichungen folgten schnell. Bereits 1998 waren die ersten tragbaren MP3-Player erhältlich. Sehr bekannt wurde das Format auch durch Tauschbörsen im Internet. Die Verbreitung von Musikdateien über das Internet wuchs explosionsartig an und trug dem MP3-Format auch Kritik und Vorwürfe ein. Doch auch Kritik und Lizenzstreitigkeiten konnten den Erfolg des Formats nicht aufhalten.

Gründe warum die Rolle von MP3 zurückgeht

Es ist aber auch wichtig zu erwähnen, dass die heutige Rolle von MP3 nicht mehr ganz so entscheidend ist, wie sie noch vor 5 bis 10 Jahren, anfang der 2000er war. Dafür exemplarisch 3 Gründe:

  1. Heute gehört das MP3-Format zu den bekanntesten und beliebtesten Audioformaten weltweit.
  2. MP3 Daten sind zwar beliebt, aber auch die Speicherkapazitäten sind mittlerweile stark gewachsen. Speicher ist quasi unendlich vorhanden und daher nicht mehr so sehr im Fokus.
  3. Mittlerweile ist die Abdeckung des Internets weltweit deutlich verbessert worden. Das hat natürlich weite Konsequenzen, auch auf das MP3 Format. Denn durch Streaming Dienste ist es daher nicht mehr notwendig eigene Dateien mit sich zu führen.

Quelle Beitragsbild: og. / pixelio.de

MP3 schneiden: Schnittsoftware für MP3-Dateien

Musik ohne das Kompressionsformat MP3 ist heute nicht mehr denkbar. MP3-Dateien sind klein, nahezu überall abspielbar und einfach selbst zu erstellen. Eines jedoch sind sie nicht: so einfach zu schneiden wie unkomprimierte Formate, beispielsweise Wave.
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